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Anzucht & VermehrungPraxisbeobachtung

Fette Henne vermehren, ohne die Blüte zu opfern: Warum ich Blütentriebe nicht wegwerfe

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Meine eigentlichen Stecklinge entblüte ich weiterhin. Aber die abgeschnittenen Blütentriebe stecke ich ebenfalls in den Boden. So bleibt ein Teil der Herbstblüte erhalten, während aus einer Pflanze ein großer neuer Bestand entsteht.

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Fette Henne vermehren, ohne die Blüte zu opfern: Warum ich Blütentriebe nicht wegwerfe

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Meine eigentlichen Stecklinge entblüte ich weiterhin. Aber die abgeschnittenen Blütentriebe stecke ich ebenfalls in den Boden. So bleibt ein Teil der Herbstblüte erhalten, während aus einer Pflanze ein großer neuer Bestand entsteht.

Rosa Blütenstände der Fetten Henne an Trieben im Beet
Blühende Triebe in meinem Beet. Die Aufnahmen zeigen die erhaltene Blüte; ob ein einzelner Trieb bereits Wurzeln gebildet hat, lässt sich daran nicht ablesen.

Fette Henne gehört für mich inzwischen zu den Pflanzen, bei denen ich beim Schneiden fast automatisch in Vermehrung denke. Aus einer einzigen Pflanze lassen sich viele neue gewinnen. Interessant wurde es bei mir, als ich angefangen habe, wirklich jeden brauchbaren Trieb weiterzuverwenden.

Für die eigentlichen Stecklinge habe ich die Blüten entfernt, damit die frisch gesteckten Triebe zunächst anwurzeln können. Die abgeschnittenen Blütentriebe sind aber nicht auf dem Kompost gelandet: Ich habe auch sie in den Boden gesteckt. Bei einem Teil bleibt die vorhandene Blüte erhalten, während die Triebe anwachsen. Gleichzeitig treiben bereits angewachsene, zuvor entblütete Stecklinge teilweise neu aus und setzen wieder Blüten an.

Inzwischen stehen aus der einen Ausgangspflanze mehr als 60 zusätzliche junge Fetthennen in meinem Garten. Wie viele davon im kommenden Frühjahr tatsächlich wieder austreiben, ist noch offen.

Die fachliche Standardmethode bleibt der nicht blühende Steckling

Botanisch gehören viele hohe Fetthennen zur Gattung Hylotelephium. Im Handel begegnet mir weiterhin häufig der ältere Name Sedum; die genaue Art oder Sorte meiner Pflanze ist nicht sicher bestimmt. Die fleischigen Triebe und Blätter sind typisch für die Dickblattgewächse (Crassulaceae).

Die Royal Horticultural Society nennt Teilung und Stecklinge als Vermehrungsmethoden. Für Stecklinge empfiehlt sie weiche, nicht blühende Triebe im Frühsommer. Auch NC State Extension beschreibt bei einer hohen Fetthenne die leichte Bewurzelung von Stängelstecklingen.

Ein frisch geschnittener Trieb hat noch kein eigenes Wurzelsystem. Eine große Blüte erhöht die Anforderungen an seine Versorgung. Deshalb entferne ich sie bei den Stecklingen, die möglichst zuverlässig anwachsen sollen, weiterhin. Meine Beobachtung mit blühenden Triebspitzen ist eine zusätzliche Nutzung des Schnittguts und keine belegte, gleich zuverlässige Alternative zur Standardmethode.

Aus dem entfernten Blütenstand wird bei mir ein zweiter Ansatz

Wenn ich einen blühenden Stängel vorbereite, nehme ich den oberen Teil mit dem Blütenstand ab. Früher wäre dieser Teil auf dem Kompost gelandet. Inzwischen schaue ich, ob noch genügend vitaler Stängel daran sitzt, und stecke auch ihn ein.

So entstehen aus einem ursprünglich geschnittenen Trieb zwei Wege: ein entblüteter Hauptsteckling und ein Blütentrieb mit seinem vorhandenen Blütenstand. Bei mehreren Trieben derselben Mutterpflanze kommen schnell große Stückzahlen zusammen. Ich setze dabei nicht voraus, dass jedes Teilstück eine eigenständige Pflanze wird.

Einige meiner gesteckten Blütentriebe haben die Blüte behalten und wachsen nach meiner Beobachtung an. Das kann funktionieren, obwohl der Blütenstand Wasser und Reserven beansprucht. Wie zuverlässig es im Vergleich zu den entblüteten Stecklingen ist, kann ich ohne vollständige Zählung und Wurzelkontrolle nicht beziffern.

Ein Teil der Blütentriebe hat die Blüte beim Anwurzeln behalten

Das war für mich die eigentliche Überraschung. Ich hatte erwartet, dass solche Triebe entweder anwurzeln und die Blüte aufgeben oder die Blüte noch eine Weile halten und anschließend eingehen. Stattdessen stehen bei mir mehrere Triebe mit erhaltenem Blütenstand im Beet und entwickeln sich weiter.

Der Versuch kostet mich kaum zusätzliches Material: Ich hätte die abgeschnittenen Stücke sonst weggeworfen. Daraus möchte ich aber keine allgemeine Empfehlung ableiten, an einer blühenden Pflanze möglichst viele Köpfe abzuschneiden. Ein blühender Steckling trägt mehr oberirdische Masse und kann schlechter anwachsen. Bei der Mutterpflanze sollen weiterhin Blüten für die spätsommerlichen Besucher stehen bleiben.

Mehrere rosa blühende Stängel einer Fetten Henne stehen dicht am Boden
Die niedrige Perspektive zeigt die Stängel unmittelbar über dem Boden. Ein Foto der Schnittstelle und eine Wurzelkontrolle würden den Ablauf noch besser dokumentieren.

Warum mir die erhaltene Herbstblüte wichtig ist

Eine Fette Henne blüht spät im Jahr. Die RHS beschreibt ihre Blüten als wertvoll für Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge. Deshalb möchte ich die Pflanze nicht allein für maximale Stecklingszahlen ihrer gesamten aktuellen Blüte berauben.

Bei mir stehen nun die Mutterpflanze, neue Stecklinge und gesteckte Blütentriebe gleichzeitig im Beet. Manche entblühten, bereits angewachsenen Triebe treiben außerdem seitlich erneut aus und bilden nach meiner Beobachtung neue Blütenansätze. Das bedeutet nicht, dass jeder Steckling im Herbst nochmals blüht. Es erklärt aber, warum ich trotz der Vermehrung dieses Jahr erstaunlich wenig Blüte verloren habe.

Das erinnert im Prinzip an die Wirkung eines Rückschnitts auf Verzweigung. Der sogenannte Chelsea Chop ist allerdings eine gezielte Maßnahme an eingewachsenen Pflanzen im späten Frühjahr, während ich hier im Herbst Material zur Bewurzelung vorbereite. Beides sollte man zeitlich und praktisch auseinanderhalten.

Auch die entblüteten Stecklinge können erneut austreiben

Einige meiner bereits angewachsenen Stecklinge haben nach dem Abschneiden des ursprünglichen Blütenstandes nicht nur neue Blätter gebildet. Bei ihnen sehe ich bereits neue Triebe und teilweise neue Blütenansätze. Eine Fetthenne ist also nach dem Entfernen einer Triebspitze nicht zwangsläufig für dieses Jahr „fertig“. Ob die neuen Ansätze vor dem Winter noch voll zur Blüte kommen, wird sich erst zeigen.

Damit stehen in meinem Garten mehrere Zustände nebeneinander: vorhandene Blüte an der Mutterpflanze, wieder eingesteckte blühende Triebe und neu austreibende vegetative Stecklinge. Genau deshalb fühlt sich die Vermehrung für mich nicht nach einem Tausch von Blüte heute gegen Pflanzen morgen an.

Aus einer Pflanze entstehen schnell viele Pflanzgruppen

Eine kräftige Fette Henne besitzt zahlreiche Stängel. Wenn ich nur einen davon stecke, verändert sich wenig. Nutze ich mehrere Triebe und prüfe bei jedem Schnitt auch den entfernten Blütenbereich, entsteht schnell ein größerer Bestand. So bin ich bei den mehr als 60 jungen Pflanzen und Ansätzen angekommen. Frisch bewurzelte Stecklinge würde ich aber nicht sofort bis auf den letzten Zentimeter wieder zerschneiden.

Vegetative Vermehrung erhält die genetischen Eigenschaften der Ausgangspflanze. Gerade bei einer Sorte, deren Blütenfarbe oder Wuchs mir gefällt, kann das interessant sein. Die spätere Gestalt wird trotzdem von Licht, Wasser, Boden und Nährstoffen mitbestimmt; Stecklinge derselben Mutter sehen an verschiedenen Standorten nicht automatisch identisch aus.

Viele Triebe stecke ich direkt in den Garten

Ich brauche für diese Ansätze nicht zwangsläufig kleine Töpfe. Viele Triebe stecke ich direkt an einen vorläufigen oder späteren Standort. Dazu entferne ich Blätter, die unter der Erde liegen würden, setze genügend vitalen Stängel ein und drücke den Boden für guten Kontakt an. Während des Anwachsens behalte ich die Feuchtigkeit im Blick, ohne die Stelle dauerhaft nass zu halten.

Das ist ein anderer Weg als die bereits dokumentierte Charge mit 40 einzeln getopften Stecklingen. Dort lassen sich die Ansätze topfweise verfolgen; hier geht es um direkt gesteckte Triebe und die zusätzliche Nutzung der entfernten Blütenbereiche. Die 40 Ansätze und die hier erwähnten mehr als 60 jungen Pflanzen sind keine addierbaren Erfolgsquoten. Für beide Wege soll die spätere Bilanz getrennt nachvollziehbar bleiben.

Bewurzeln ist nur der erste Schritt. Die RHS empfiehlt für hohe Fetthennen sonnige, gut drainierte Standorte. Nach dem Stecken ist ausreichende Feuchtigkeit wichtig; dauerhafte Nässe und insbesondere im Winter schlecht entwässernder Boden sind etwas anderes. Auf schattigen oder sehr fruchtbaren, feuchten Standorten können die Triebe weich und wenig standfest werden.

Beim Stecken achte ich auf Bodenkontakt

Ich mache daraus keinen komplizierten Vorgang. Der Trieb braucht ein ausreichend langes Stück Stängel im Boden. Blätter, die unter der Erde liegen würden, entferne ich vorher. Dann drücke ich die Erde an und beobachte die Stelle besonders am Anfang. Ein unbewurzelter Trieb darf nicht tagelang völlig austrocknen. Daraus soll aber ebenso wenig ein ständig nasses Beet werden.

Gut bewurzelt ist nicht dasselbe wie gut platziert

Ein Steckling kann problemlos Wurzeln bilden und später trotzdem an einem ungeeigneten Standort enttäuschen. Auf sehr nährstoffreichen und zugleich feuchten Flächen können die Stängel weich werden und auseinanderfallen. Für mich ist deshalb gut etabliert wichtiger als möglichst schnell und starkes Wachstum durch reichlich Dünger. Die neuen Pflanzen sollen später stabile blühende Horste bilden.

Rosa Blütenstände der Fetten Henne aus unmittelbarer Nähe
Auch an den weiterverwendeten Blütentrieben möchte ich die Blüte zunächst erhalten. Diese Nahaufnahme zeigt den Blütenstand, nicht den späteren Anwuchserfolg.
Blühende Fette Henne im Beet vor dem Abendlicht
Der Blick aufs Beet zeigt, warum ich nicht sämtliche Blüten zum Vermehren entfernen und entsorgen möchte. Ein Teil bleibt auch an den eingewachsenen Pflanzen stehen.

Im Frühjahr wird aus der Beobachtung eine Bilanz

Hohe Fetthennen ziehen im Winter oberirdisch ein und treiben im Frühjahr aus der Basis wieder aus. Erst dann sehe ich belastbarer, welche der jetzt gesteckten Triebe wirklich dauerhaft etabliert sind. Die RHS empfiehlt das Frühjahr auch für die Teilung größerer Horste. Bei gut bewurzelten Jungpflanzen kann ich dann entscheiden, welche an ihrem Platz bleiben und welche umgesetzt werden.

Bei drei Stecklingen könnte ich drei endgültige Plätze schon im Herbst auswählen. Bei mehr als 60 wird das unnötig kompliziert. Ich gehe lieber in zwei Schritten vor: jetzt anwachsen lassen, im Frühjahr prüfen und dann verteilen. So kann ich später Beetränder wiederholen, sonnige trockene Flächen verbinden, Lücken füllen oder einzelne Pflanzen weitergeben.

Ich muss auch nicht jeden Blütenstand der Mutterpflanze verwenden. Ein Teil darf über Winter stehen bleiben und Struktur ins Beet bringen. Die RHS nennt das Stehenlassen alter Blütenstände ausdrücklich als Möglichkeit. Die Vermehrung soll in meinen Garten passen, nicht der ganze Garten der Vermehrung geopfert werden.

Für diese Vermehrung möchte ich die Zahl der ursprünglich gesteckten Triebe der Zahl der Frühjahrsaustriebe gegenüberstellen. Besonders interessant sind normale entblütete Stecklinge, gesteckte Blütentriebe und unterschiedliche Standorte. Neue Triebe im Herbst sind ein ermutigendes Zeichen, ersetzen aber keine vollständige Kontrolle von Wurzeln und Überwinterung.

Ich rechne ausdrücklich nicht damit, dass jedes gesteckte Stück eine weiterkulturfähige Pflanze wird. Einzelne Triebe können vertrocknen, faulen oder über den Winter ausfallen. Gerade bei den blühenden Teilstücken will ich erst nachzählen, statt eine allgemeine Erfolgsquote zu behaupten.

Für eine spätere Auswertung brauche ich einen echten Nenner: wie viele normale Stecklinge und wie viele blühende Teilstücke wurden jeweils gesteckt? Wie viele standen bei der Kontrolle noch vital da, wie viele zeigten Wurzeln und wie viele treiben im Frühjahr aus? Diese Zahlen habe ich für beide Gruppen bisher nicht vollständig festgehalten. Eine hohe Anwuchsrate aus meinem Eindruck wäre deshalb keine belastbare Prozentangabe.

So nutze ich einen blühenden Trieb zweimal

  1. Ich wähle gesundes Material und schneide einen kräftigen Trieb.
  2. Beim Hauptsteckling entferne ich Blüten und Blätter, die später unter der Erde wären.
  3. Den Hauptsteckling setze ich mit gutem Bodenkontakt ein.
  4. Am entfernten Blütenstand prüfe ich, ob ein genügend langer vitaler Stängel geblieben ist.
  5. Wenn ja, stecke ich auch dieses Stück mit erhaltener Blüte ein.
  6. Während des Anwachsens beobachte ich Feuchtigkeit und Zustand; ich halte die Stelle nicht ständig nass.
  7. Im Frühjahr zähle ich die tatsächlich wieder austreibenden Pflanzen und verteile die gut etablierten Jungpflanzen.

Das ist meine Praxisbeobachtung an einer konkreten Pflanze, keine universelle Anleitung mit garantierter Quote. Der zuverlässig dokumentierte Ausgangspunkt für eine Vermehrung bleibt ein gesunder, nicht blühender Steckling.

Mein Fazit: Abschneiden heißt nicht wegwerfen

Bei meinen Hauptstecklingen entferne ich weiterhin die Blüte. Die abgeschnittenen Blütentriebe werfe ich aber nicht mehr weg: Wenn genug vitaler Stängel daran sitzt, stecke ich sie zusätzlich. Ein Teil behält bei mir die vorhandene Blüte; einige entblütete, bereits angewachsene Stecklinge treiben neu aus.

Damit habe ich aus einer Ausgangspflanze inzwischen mehr als 60 neue Jungpflanzen beziehungsweise Ansätze im Garten und dieses Jahr erstaunlich wenig Blüte verloren. Ob aus allen über den Winter stabile Pflanzen werden, werde ich erst im Frühjahr beurteilen. Abschneiden heißt bei meiner Fetten Henne nicht automatisch wegwerfen.

Standort und Namen

Standort
Möglichst sonnig und gut drainiert; frisch gesteckte Triebe während des Anwachsens beobachten.
Umsetzen
Nach tatsächlichem Anwuchs; Frühjahr ist ein guter Zeitpunkt zum Verteilen.
Deutscher Name
Fette Henne, Fetthenne (Sammelnamen).
Botanische Einordnung
Hohe Fetthenne der Gattung Hylotelephium, früher häufig Sedum; Familie Crassulaceae. Art und Sorte der abgebildeten Pflanze sind nicht sicher bestimmt.

Warum ich die Blüten dabei erhalten möchte, zeige ich auch im Blick auf den Aufbau meiner rosa Fetthennenblüte.

Wie sich Stückzahl, Platz und Versorgung für eine solche Charge planen lassen, gehört zur Anzucht- und Vermehrungsplanung.

Weiterlesen

Beobachtungen zur Fetten Henne

Die frühere Charge zeigt den Ansatz mit 40 Trieben in separaten 7 × 7-Zentimeter-Töpfen. Die Ergebnisbilanz bleibt bis zur Kontrolle offen.

Vermehrung mit Ziel

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