Vorgarten 2: Der Umbau beginnt – Rasen raus, Leben rein
Nicht die ganze Fläche auf einmal und nicht mit einer fertigen Schaubeet-Idee: Der zweite Vorgarten beginnt mit geöffneten Teilflächen, vorhandenen Jungpflanzen und einem bewusst provisorischen ersten Bewuchs.
Vorgarten 2 soll nicht an einem Nachmittag „fertig“ aussehen. Der erste Schritt besteht darin, die Fläche lesbar zu machen: Wo kann Rasen entfallen, welche vorhandenen Pflanzen bleiben, und welche Bereiche eignen sich für einen schrittweisen Aufbau? Am 16. September wurde deshalb nur ein Teil der Rasenfläche geöffnet.
Die ersten Pflanzen sind ebenfalls keine endgültige Pflanzliste. Selbst ausgesäte Kapuzinerkresse aus einem anderen Beet wurde umgesetzt; übrige Basilikumpflanzen bekamen hier noch einen sinnvollen Platz. Beides begrünt die offenen Stellen zunächst, ersetzt aber nicht die dauerhafte Planung.
- Projekt
- Vorgarten 2
- Start
- 16. September 2026
- Erster Eingriff
- Rasen nur auf Teilflächen entfernt
- Erste Bepflanzung
- umgesetzte Kapuzinerkresse und übriges Basilikum
Warum der Rasen nicht vollständig auf einmal verschwindet
Eine große offene Fläche erzeugt sofort Handlungsdruck: Der Boden soll bedeckt werden, Wege und Pflanzgruppen müssen feststehen, und jede spätere Änderung kostet erneut Arbeit. Der abschnittsweise Umbau lässt dagegen zu, Konturen im echten Raum zu prüfen. Erst wenn Breite, Blickachsen und Zugänglichkeit funktionieren, wird der nächste Teil geöffnet.
Die verbliebenen Rasenstreifen sind damit keine vergessenen Reste. Sie markieren den Zwischenstand und halten Flächen begehbar, solange die dauerhafte Struktur noch nicht entschieden ist.
Kapuzinerkresse als Zwischenlösung, nicht als fertiges Konzept
Die Kapuzinerkresse hatte sich an anderer Stelle selbst ausgesät. Statt die jungen Pflanzen dort zu verwerfen, wurden sie in die neue Fläche umgesetzt. Das ist praktisch und ressourcenschonend: Bereits vorhandenes Pflanzenmaterial übernimmt vorübergehend eine Aufgabe, während der langfristige Aufbau vorbereitet wird.
Gleichzeitig bleibt die zeitliche Grenze klar. Kapuzinerkresse ist hier eine saisonale Begrünung bis zum Frost. Ob alle umgesetzten Pflanzen im September noch kräftig anwachsen, ist offen. Der Wert des Versuchs liegt nicht in einem versprochenen Blütenmeer, sondern darin, vorhandene Pflanzen sinnvoll zu nutzen und erste Bodenflächen lebendiger zu halten.
Auch übriges Basilikum bekommt noch eine Aufgabe
Die verbliebenen Basilikumpflanzen wurden ebenfalls eingesetzt. Für eine dauerhafte Vorgartenstruktur sind sie nicht vorgesehen. Sie zeigen aber einen Grundsatz, der viele Nordlicht-Projekte prägt: Pflanzen werden nicht nur nach einem starren Einkaufsplan behandelt. Was vorhanden und gesund ist, kann für eine begrenzte Zeit eine sinnvolle Funktion übernehmen.
Bei späten Pflanzungen wird dabei nichts schöngeredet. Kürzere Tage, sinkende Temperaturen und die bevorstehende Frostperiode begrenzen die Entwicklung. Deshalb wird später getrennt bewertet: Was war nur eine saisonale Nutzung, und welche Elemente tragen wirklich in die nächste Gartensaison?
Die Form der neuen Fläche muss im Alltag bestehen
Auf den Bildern sind unterschiedlich breite Öffnungen und noch unregelmäßige Ränder zu sehen. Das gehört zum Projektstart. Bevor die Kontur dauerhaft festgelegt wird, muss sie sich beim Gießen, Pflegen und Begehen bewähren. Auch der Abstand zu bestehenden Gehölzen und zur Randbepflanzung wird erst im Gebrauch eindeutig.
Ein Umbau muss nicht am ersten Tag endgültig aussehen. Er muss so beginnen, dass jede nächste Entscheidung besser begründet werden kann.
Was als Nächstes dokumentiert wird
- welche der umgesetzten Kapuzinerkressen bis zum Frost weiterwachsen,
- wie schnell offene Bodenstellen nach der Bearbeitung wieder bewachsen werden,
- ob die aktuelle Beetkontur beim Pflegen und Begehen funktioniert,
- welche vorhandenen Pflanzen als dauerhafte Struktur erhalten bleiben,
- und in welcher Reihenfolge weitere Rasenabschnitte geöffnet werden.
Die dauerhafte Pflanzenauswahl folgt nicht aus einem einzelnen Septemberbild. Sie wird aus Licht, Boden, Platz, Pflegeaufwand und dem gewünschten Gesamtbild entwickelt. Genau deshalb beginnt die Dokumentation jetzt – bevor die Fläche fertig wirkt.
Viele Flächen, ein gemeinsamer Plan
Vorgarten 2 ergänzt weitere Gartenräume, Anzuchtstationen und Vermehrungsprojekte. Zusammen zeigen sie, wie aus vorhandenen Pflanzen und klaren Beobachtungen ein belastbares System entsteht.
Alles zum Blühen und Wachsen bringen