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Indoor & MesspraxisTestreihe Oktober 20256 Min. Lesezeit

Thermografie bei Pflanzenlicht: Was Wärmebilder wirklich zeigen

Von

Die Raumtemperatur wirkt unauffällig, im Wärmebild erscheint ein Blatt oder Leuchtenbereich aber deutlich wärmer. Ist das bereits ein Problem – und wenn ja, welches? Ein Thermogramm zeigt zunächst ein thermisches Muster, nicht automatisch dessen Ursache.

Die drei Nordlicht-Aufnahmen aus Oktober 2025 machen diese Unterscheidung anschaulich. Der Beitrag erklärt, welche Fragen daraus entstehen und welche Messgrößen fehlen, bevor aus dem Bild eine konkrete Kultur- oder Technikentscheidung wird.

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Indoor & MesspraxisTestreihe Oktober 20256 Min. Lesezeit

Thermografie bei Pflanzenlicht: Was Wärmebilder wirklich zeigen

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Die Raumtemperatur wirkt unauffällig, im Wärmebild erscheint ein Blatt oder Leuchtenbereich aber deutlich wärmer. Ist das bereits ein Problem – und wenn ja, welches? Ein Thermogramm zeigt zunächst ein thermisches Muster, nicht automatisch dessen Ursache.

Die drei Nordlicht-Aufnahmen aus Oktober 2025 machen diese Unterscheidung anschaulich. Der Beitrag erklärt, welche Fragen daraus entstehen und welche Messgrößen fehlen, bevor aus dem Bild eine konkrete Kultur- oder Technikentscheidung wird.

Thermogramm eines Pflanzenbestands mit markierten Oberflächentemperaturen von 29,8, 28,0 und 25,0 Grad Celsius
Eigene Aufnahme aus Oktober 2025. Die drei eingeblendeten Punkte zeigen ausgewählte Oberflächentemperaturen im Bild – keine gemittelte Temperatur des gesamten Bestands.

Die Idee hinter der Testreihe war sinnvoll: Wärme nicht nur über ein Raumthermometer beurteilen, sondern dort ansehen, wo sie entsteht und wirkt – am Leuchtenkörper und an der Blattoberfläche. Für die heutige Einordnung trenne ich bewusst zwischen dem, was auf den Bildern direkt erkennbar ist, und dem, was sich daraus noch nicht belastbar ableiten lässt.

Zeitraum
Oktober 2025
Material
drei eigene Thermogramme
Fragestellung
Wärmeverteilung an Leuchten und Pflanzen
Einordnung
Praxisversuch, kein kalibrierter Labortest

Leuchten: Hotspots werden sichtbar

Auf beiden Leuchtenaufnahmen liegen die markierten warmen Flächen deutlich über den kühleren Vergleichspunkten. Im ersten Bild zeigt die Kamera 46,8 °C und 44,1 °C an zwei warmen Stellen sowie 26,1 °C an einem kühleren Oberflächenpunkt. Im zweiten Bild sind 45,1 °C, 41,8 °C und 25,7 °C markiert.

Thermogramm einer Pflanzenleuchte mit Messpunkten bei 46,8, 44,1 und 26,1 Grad Celsius
Die markierten Oberflächenpunkte liegen bei 46,8 °C, 44,1 °C und 26,1 °C. Das Bild zeigt die Verteilung in genau dieser Aufnahmesituation.
Thermogramm einer Pflanzenleuchte mit Messpunkten bei 45,1, 41,8 und 25,7 Grad Celsius
Hier sind 45,1 °C, 41,8 °C und 25,7 °C markiert. Die Aufnahme macht warme Bauteilbereiche und kühlere Vergleichsflächen sichtbar.

Was daraus nicht folgt: Eine warme Leuchtenoberfläche beweist weder eine schlechte Effizienz noch eine zu hohe Temperatur an der Pflanze. Dafür müssten unter anderem elektrische Leistung, Lichtmenge und -verteilung, Abstand, Luftbewegung, Laufzeit und die tatsächliche Temperatur im Bestand gemeinsam erfasst werden.

Blätter: Ein Bestand hat nicht nur eine Temperatur

Im Pflanzenbild sind 29,8 °C, 28,0 °C und 25,0 °C markiert. Die ausgewählten Punkte liegen damit um bis zu 4,8 Kelvin auseinander. Das ist ein guter Hinweis darauf, dass Position, Anströmung, Bestrahlung und Verdunstung innerhalb eines Bestands unterschiedliche Bedingungen erzeugen können.

Eine Wärmebildkamera kann solche Muster schnell sichtbar machen. Ob ein wärmeres Blatt aber tatsächlich unter Wasserstress steht, schwächer transpiriert oder lediglich stärker bestrahlt wird, lässt sich aus einem einzelnen Bild nicht entscheiden.

Warum das für den VPD interessant ist

Der Dampfdruckunterschied an der Blattoberfläche hängt nicht nur von Lufttemperatur und relativer Luftfeuchte ab, sondern auch von der Blatttemperatur. Ist das Blatt kühler oder wärmer als die Luft, verändert sich der tatsächliche Verdunstungsantrieb der Pflanze.

Thermografie kann deshalb eine zusätzliche Messgröße liefern. Aus einem Wärmebild allein entsteht jedoch noch kein belastbarer Blatt-VPD: Dafür braucht es zeitgleich mindestens die Lufttemperatur und relative Luftfeuchte auf Höhe des Bestands sowie eine sauber erfasste Blatttemperatur. Die kühlen Punkte in einem Thermogramm sind keine Messung der Lufttemperatur.

Das zeigen die Aufnahmen

  • thermische Muster und ausgewählte Oberflächenpunkte
  • warme Zonen am Leuchtenkörper
  • Temperaturunterschiede innerhalb des Blattbereichs
  • sinnvolle Stellen für weitere Sensoren und Kontrollen

Das zeigen sie nicht

  • PPFD, Spektrum oder Lichtverteilung
  • elektrische Effizienz der Leuchte
  • Transpiration oder Photosynthese als direkte Messwerte
  • einen vollständigen VPD ohne Lufttemperatur und Luftfeuchte

So würde aus dem Versuch eine belastbarere Messreihe

Für einen echten Vergleich müssten die Bedingungen wiederholbar dokumentiert werden: gleiche Aufwärmzeit, gleicher Abstand und Blickwinkel, bekannte Kameraeinstellungen einschließlich Emissionsgrad und reflektierter Temperatur, Lufttemperatur und Luftfeuchte auf Bestandshöhe sowie mehrere Messpunkte oder Flächenmittel statt nur einzelner Marker.

Bei Leuchten kämen PPFD-Verteilung und Leistungsaufnahme hinzu. Bei Pflanzen wären mehrere Blätter, verschiedene Positionen im Bestand und Wiederholungen zu unterschiedlichen Zeiten nötig. Erst die Verbindung dieser Daten erlaubt eine saubere Aussage über Licht, Wärme, Luftführung und Pflanzenreaktion.

Die Wärmebildkamera ist kein fertiges Urteil. Sie ist ein starkes Werkzeug, um die richtigen Stellen für die nächste Messung zu finden.

Mein Fazit aus Oktober 2025

Die Testreihe war kein Lampenranking und keine wissenschaftliche VPD-Steuerung. Sie zeigte aber sehr anschaulich, warum ein einzelner Raumwert oft zu grob ist: Am Gerät und im Pflanzenbestand entstehen gleichzeitig deutlich unterschiedliche Oberflächentemperaturen. Genau diese Unterschiede sind für eine systematische Fehlersuche wertvoll.

Drei Prüfungen, bevor aus einer Farbe eine Diagnose wird

Die abgebildete Größe klären

Markierte Punkte liegen auf sichtbaren Oberflächen. Sie sind keine Luftmessung und kein direkter Messwert aus dem Inneren eines Topfballens. Die angezeigten Nachkommastellen sind außerdem nicht die bestätigte Messgenauigkeit.

Die Aufnahmebedingungen festhalten

Notieren Sie Zeitpunkt, Betriebszustand, Blickrichtung und vorhandene Kameraeinstellungen. Unterschiedliche Einstellungen oder reflektierende Oberflächen können Vergleiche erschweren.

Die eigentliche Entscheidung benennen

Geht es um Lichtverteilung, ein wärmeres Blatt oder die sichere Funktion eines Geräts? Diese Fragen verlangen unterschiedliche Zusatzinformationen. Eine Wärmebildkamera ersetzt weder ein Lichtmessgerät noch eine fachkundige elektrische Sicherheitsprüfung.

Für den Blatt-VPD fehlen ohne zeitgleiche Lufttemperatur und Luftfeuchte wesentliche Größen; für Wurzeltemperaturen ist eine passende Messung im Wurzelraum nötig. Messungen sollen eine konkrete Entscheidung verbessern, nicht nur weitere Zahlen erzeugen.

Passender Leistungsbereich

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Pflanzenlicht, Luftführung, Sensorposition, Wasser und Wurzelraum müssen zusammenpassen. Der Systemcheck ordnet die wichtigsten Stellschrauben nach Wirkung.

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Der Leistungsbereich Pflanzenlicht und Lichtmessung erklärt den passenden Weg für Anordnung, Messbedarf und Interpretation. Vorhandene Daten werden zuerst eingeordnet; eine zusätzliche Messung wird nicht als automatisch notwendiger Kauf vorausgesetzt.

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