Pampas-Maiglöckchen (Salpichroa origanifolia) im ersten Jahr
Eine junge Pflanze zwischen aufrechtem Haupttrieb und den ersten sichtbaren Seitentrieben. Ich zeige, welche Unterschiede an Blättern, Stängel und Knoten jetzt schon zu erkennen sind.
Viele Aufnahmen des Pampas-Maiglöckchens zeigen Blüten oder Früchte. Bei meiner Pflanze interessiert mich gerade die Zeit davor. Sie steht draußen, hat einen gut sichtbaren Haupttrieb und zeigt an mehreren Stellen schon neue Austriebe. An diesem jungen Aufbau lassen sich die Blattformen und die Behaarung besonders gut ansehen.
Viele Namen, eine Pflanze
Ich nenne sie hier Pampas-Maiglöckchen. Unter Salpichroa origanifolia ist sie botanisch leichter eindeutig zuzuordnen. Der deutsche Name Trompetenblume wird ebenfalls für sie verwendet, ist aber nicht eindeutig und bezeichnet auch andere Pflanzen. Im Englischen begegnen mir pampas lily of the valley, lily of the valley vine und cock’s eggs; Bindestriche oder Apostrophvarianten bezeichnen keine weiteren Arten.
Akzeptierter Name nach Kew: Salpichroa origanifolia (Lam.) Baill.
Deutsche Namen: Pampas-Maiglöckchen; Trompetenblume (mehrdeutig).
Englische Namen: pampas lily of the valley; lily of the valley vine; cock’s eggs.
Historische botanische Namen: Physalis origanifolia, Atropa origanifolia, Withania origanifolia, Atropa rhomboidea und Salpichroa rhomboidea gehören dazu.
Alle 14 von Kew geführten Synonyme anzeigen
Atropa origanifolia; Physalis origanifolia; Withania origanifolia; Atropa rhomboidea; Busbeckia radicans; Jaborosa montevidensis; Perizoma rhomboidea; Physalis curassavica; Planchonia arbutifolia; Salpichroa parviflora; Salpichroa rhomboidea; Salpichroa rhomboidea var. divaricata; Salpichroa rhomboidea var. mollis; Salpichroa rhomboidea var. pubescens. Kew kennzeichnet Busbeckia radicans als nicht gültig veröffentlicht und Physalis curassavica als illegitimen späteren Homonymnamen; die Liste ist eine taxonomische Zuordnung, keine Empfehlung zur Verwendung aller Namen.
Aufrecht, aber noch nicht ausgewachsen
Mein Exemplar wirkt im Moment wie eine kleine aufrechte Pflanze. Der Haupttrieb ist gut erkennbar, und die Blätter sitzen bereits an mehreren Knoten. Aus der Aufnahme lässt sich allerdings keine endgültige Wuchsform ableiten: Botanische Floren beschreiben die Art später als spreizend, mit längeren Trieben, die sich auch über benachbarte Vegetation legen können.
Die Blätter sehen nicht alle gleich aus
Von oben fällt mir auf, dass größere, eher eiförmige Blätter neben kleineren und teilweise rundlicheren Blättern stehen. Die Blattnerven zeichnen sich hell ab; die Ränder erscheinen glatt. Bei genauerem Hinsehen ist auch die Oberfläche nicht völlig glatt, sondern fein behaart. Die Form variiert an meiner Pflanze. In der Flora of New Zealand werden für die Art eiförmig-rhombische, verkehrt-eiförmige und beinahe kreisrunde Blattspreiten beschrieben.
Unterschiedlich große Blätter am Knoten
Die Blattgrößen unterscheiden sich nicht nur zwischen altem und jungem Laub. Für die Art sind an einem Knoten häufig zwei ungleich große Blätter beschrieben. Genau deshalb sehe ich beim Vergleichen nicht bloß auf ein einzelnes großes Blatt, sondern auf die Stellung entlang des Triebs. Auf den Bildern sind Größenunterschiede erkennbar; nicht jedes Paar lässt sich aus diesen Blickwinkeln eindeutig einem bestimmten Knoten zuordnen.
Feine Haare an Blatt, Stiel und Trieb
Besonders seitlich am Haupttrieb und an den Blattstielen zeichnen sich feine Haare gegen den Hintergrund ab. Auch an den Blatträndern und am frischen Austrieb sind sie zu erkennen. Die Nahsicht ist dafür nützlicher als die bloße Gesamtansicht; wie dicht die Behaarung einer älteren Pflanze sein wird, kann ich daraus noch nicht ableiten.
An den Knoten beginnt die Verzweigung
Am Haupttrieb sehe ich in mehreren Blattachseln kleine neue Triebe. Sie sind auf der Seitenansicht deutlicher als auf den Aufnahmen von oben. Damit lässt sich bereits beobachten, wo sich der Aufbau verändert. Wie lang die einzelnen Seitentriebe noch werden, bleibt offen; ich möchte ihre Entwicklung an derselben Pflanze festhalten.
Was später anders aussehen kann
Zur Familie der Nachtschattengewächse gehören auch Tomaten, Paprika und Physalis. Meine junge Salpichroa würde ich mit keiner davon optisch gleichsetzen. Botanisch wird die Art als spreizende Pflanze mit kräftigem Wurzelstock und Rhizomen beschrieben. Ob meine Pflanze unter der Erde schon entsprechend aufgebaut ist, ist auf diesen Fotos nicht zu sehen. Ihr gegenwärtig aufrechter Wuchs ist ebenfalls nur ein Zwischenstand.
Dieselbe Pflanze weiter dokumentieren
Ich werde weitere Triebe, die spätere Verzweigung und den Habitus weiter fotografieren. Blüten und Früchte ergänze ich erst, wenn sie an dieser Pflanze tatsächlich zu sehen sind. Sie bleibt bei mir im Freiland. Wie sie auf Frost und den kommenden Winter reagiert und ob sie im folgenden Frühjahr erneut austreibt, möchte ich gesondert dokumentieren.
Weitere Entwicklungsbeobachtungen aus meinem Garten finden sich bei der Suhosine als junger Mutterpflanze und beim Kornrade-Beitrag über Jungpflanzenmerkmale. Dort geht es jeweils um andere Pflanzen und andere Fragen.
Weitere Pflanzen im Aufbau
Die anderen Beiträge dokumentieren getrennte Bestände und Entwicklungsphasen. Für diese Pflanze bleiben die eigenen Beobachtungen maßgeblich.