Vom Keimling zur Jungpflanze: So entwickelt sich Goldlack im ersten Jahr
Meine Goldlack-Aussaat ist über das erste Keimlingsstadium hinaus: Der junge Trieb steht aufrecht und trägt mehrere echte Laubblätter. Ich dokumentiere, woran sich dieser Übergang erkennen lässt und was bis zum Winter noch offenbleibt.
Goldlack ist für mich eine Pflanze, bei der viele zuerst an die spätere Blüte denken. Spannend wird es aber viel früher: Aus einem winzigen Keimling entsteht im ersten Jahr Schritt für Schritt eine Jungpflanze, die sich auf den Winter vorbereitet. Genau diesen Übergang möchte ich an meiner eigenen Aussaat festhalten.
Auf meinen aktuellen Fotos steht bereits ein junger Trieb mit mehreren echten Blättern. Die Bilder der früheren Keimlingsphase und des Winterbodens zeigen, wie klein die Pflanzen kurz nach dem Auflaufen waren. Es sind Momentaufnahmen einer Aussaat, keine sichere Anleitung zur Artbestimmung beliebiger Sämlinge.
Grundlage: Vom Samen zur Jungpflanze
Goldlack blüht nicht sofort – und das ist ganz normal
Goldlack wird im Garten häufig zweijährig kultiviert: Im ersten Jahr entstehen Blätter und Wurzeln; nach dem Winter folgt oft die Blüte. Botanisch kann die Pflanze auch kurzlebig ausdauernd sein. Die Royal Horticultural Society beschreibt beide Aspekte. Dass meine junge Pflanze jetzt vor allem grün wächst, ist also kein Hinweis auf eine ausgebliebene Blüte.
Ich möchte sie in diesem Stadium nicht zum schnellen Blühen drängen. Interessanter ist, ob sie weiter Blätter bildet, sich etabliert und mit einer guten Ausgangslage in die kalten Monate geht. Ob und wann meine konkrete Pflanze im kommenden Jahr blüht, ist noch offen.
Erst Keimblätter, dann echte Laubblätter
Am Anfang standen zwei schlichte Keimblätter. Sie sind schon im Samen angelegt und sehen nicht einfach wie kleine Kopien der späteren Blätter aus. Danach erscheinen die ersten echten Laubblätter. Bei meinem Goldlack lässt sich der Unterschied nun gut verfolgen: Die neueren Blätter sind länger und schmaler, der Trieb wird deutlicher.
Auf der früheren Aufnahme waren die Sämlinge noch kaum charakteristisch. Die jetzige Pflanze wirkt bereits wesentlich strukturierter. Die Blattzahl allein verrät mir allerdings weder ihr Alter auf den Tag genau noch, wie weit die Wurzeln in den Boden reichen.
Was ich an meiner Jungpflanze sehe
Der junge Haupttrieb wächst aufrecht. Mehrere längliche, schmale bis lanzettliche Blätter sind ausgebildet; weitere entstehen an der Triebspitze. Die Pflanze ist damit deutlich über das Stadium zweier Keimblätter hinaus. Aus der Seitenansicht wird sichtbar, dass sie weiter Höhe und Blattfläche aufbaut.
Ein aufrechter Trieb bedeutet aber noch nicht, dass aus jeder Aussaat sofort ein hoher Blütentrieb wird. Goldlack kann zunächst auch bodennahe Blätter entwickeln. Wie kompakt und verzweigt meine Pflanze bis zum Winter tatsächlich wird, möchte ich an derselben Aussaat weiter beobachten.

Bekannte Aussaat wiedererkennen ist etwas anderes als eine Art bestimmen
Ich kann die Entwicklung als Goldlack dokumentieren, weil ich die Aussaat kenne. Bei einer unbekannten jungen Pflanze im Beet wäre ich vorsichtiger. Aufrechter Wuchs und längliche Blätter sind keine exklusiven Merkmale von Erysimum cheiri. Selbst ein Foto der Blattstellung kann bei eng stehenden oder überlappenden Blättern täuschen.
Für eine unbekannte Pflanze würde ich weitere Entwicklungsstadien abwarten und mehrere Merkmale zusammen betrachten. Die spätere Blüte gehört dazu. Auf diesen Bildern zeige ich deshalb vor allem den Übergang innerhalb meiner bekannten Aussaat, keine Bilddiagnose für andere Pflanzen.
Das erste Jahr ist eine Aufbauphase
Jetzt zählen für mich neue Blattfläche, ein stabiler Trieb und vor allem die Entwicklung eines Wurzelsystems. Letzteres kann ich fotografisch nicht zeigen, ohne die Pflanze auszugraben. Ich kann nur beobachten, ob sie weiterwächst und auch nach Wetterwechseln vital bleibt.
Ein kräftiger Herbstbeginn ist günstig, aber keine Garantie fürs Überwintern. Es macht einen Unterschied, ob vor Frost bereits mehrere echte Blätter vorhanden sind oder erst zwei winzige Keimblätter. Bodenfeuchte, Standort und der weitere Temperaturverlauf kommen dazu. Im Beitrag über Goldlack-Boden und Winternässe gehe ich auf diesen Standortteil genauer ein.

Was die Pflanze jetzt braucht
Für Goldlack nennt die RHS einen sonnigen Platz und gut drainierten, eher armen bis mäßig fruchtbaren Boden. Meine Jungpflanzen sollen während des Anwachsens dennoch nicht austrocknen. Durchlässiger Boden und ausreichende Feuchtigkeit in der Anwachsphase gehören zusammen. Dauerhaft nasse Erde wäre ebenso wenig hilfreich wie ein komplett ausgetrockneter Wurzelbereich.
Zusätzlichen Dünger würde ich nicht allein deshalb geben, weil die Pflanzen noch klein sind. Ein schneller Schub weichen Wachstums ist für mich kein Ersatz für eine stabile Entwicklung. Wie viel Zeit ihnen bis zum Winter bleibt, hängt vom Aussaatzeitpunkt und vom Wetter ab; eine feste Größe für alle Jungpflanzen gibt es nicht.
Die nächste Entwicklung möchte ich an denselben Pflanzen verfolgen
Meine Bildfolge beginnt bei den Keimblättern, zeigt jetzt mehrere echte Laubblätter und soll im Herbst weitergehen. Dann interessiert mich, ob die Pflanze weitere Blätter bildet, kompakter wird und wie sie auf Regen und erste Kälte reagiert. Im Frühjahr möchte ich sehen, welche Exemplare weiterwachsen und ob später Blütentriebe entstehen.
Diese Schritte sind eine Beobachtungsliste, keine Behauptung, dass meine Aussaat sie alle sicher erreicht. Gerade deshalb fotografiere ich die unscheinbare Zwischenphase: Später ist kaum noch erkennbar, wie klein die Pflanze einmal war.
Mein Fazit
Goldlack muss im ersten Jahr nicht durch Blüten beeindrucken. An meiner Pflanze sehe ich bereits den Übergang von den Keimblättern zu mehreren länglichen echten Blättern und einem aufrechten jungen Trieb. Ob sie bis zum Winter genug Substanz aufbaut, werde ich weiter beobachten.
Für mich ist das längst kein bloßer Zwischenstand. Die Entwicklung zur Jungpflanze gehört zur Geschichte der späteren Blüte.
Namen und Einordnung
- Deutscher und englischer Name
- Goldlack; englisch common wallflower.
- Deutsche Fachquellen und RHS
- Erysimum cheiri (L.) Crantz; Familie Brassicaceae – Kreuzblütler.
- Kew / Plants of the World Online
- Erysimum × cheiri (L.) Crantz, dort in einem taxonomischen Hybridkonzept akzeptiert.
- Älterer Name
- Cheiranthus cheiri; bei Kew steht auch Cheiranthus × cheiri als Synonym.
FloraWeb und Kew verwenden unterschiedliche taxonomische Auffassungen. Die Namensschreibweise allein ist kein Merkmal, das sich an meiner Jungpflanze ablesen ließe.
Wer Aussaat und weitere Kulturphasen gemeinsam planen möchte, findet den Anschluss bei Anzucht und Vermehrung.